20.10. Programm Workshops

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  • Workshop: Empört Euch – Europaszenario

    Termin: Donnerstag, 20.10.2011, 10.00 bis 11.30 Uhr

    Wir stehen an einer wichtigen Schwelle der gesellschaftlichen Entwicklung. Diesseits der Schwelle werden wir durch die Finanzmärkte von einer Krise in die nächste getrieben, sind unsere Lebensbedingungen bedroht, steigen Druck und Unsicherheit bei der Arbeit, werden die Völker Europas gegeneinander ausgespielt und aufgehetzt. Jenseits der Schwelle bauen wir an einem Europa, im dem die Bedürfnisse der Menschen und die Sorgfalt im Umgang mit der Natur im Zentrum stehen.

    Der Schritt über diese Schwelle ist eine Notwendigkeit, weil innerhalb der alten Ordnung immer mehr Schäden verursacht werden. Die Gewinne von heute sind die Spekulationsblasen von morgen und die Wirtschaftskrisen von übermorgen geworden. Enorme Geldsummen fließen in die Finanzmärkte, wo sie immer neue Spekulationsblasen entfachen. Dort jedoch, wo die Gelder dringend benötigt werden, fehlen sie: Zur Sicherung der Staatsfinanzen, zur Stärkung von Bildung und Gesundheitsversorgung, für den ökosozialen Umbau, für die Verkürzung der Erwerbsarbeitszeiten.

    Es ist paradox: Unsere Arbeit ist immer produktiver. Wir können immer mehr Güter in immer kürzerer Zeit herstellen. Doch gleichzeitig nimmt die soziale Ungleichheit zu und es fehlen scheinbar die Mittel, um die grosse Mehrheit der Menschen wohlhabender und freier zu machen. Deshalb müssen jetzt die finanziellen Ressourcen von den Finanzmärkten abgezogen werden und in die Bildung, in den Umweltschutz, in die öffentlichen Dienste und in die eigenständige Entwicklung der armen Länder dieser Welt investiert werden. Die Steuern auf Gewinne, Finanztransaktionen, Boni, grosse Vermögen und Erbschaften müssen deutlich erhöht werden. Die Vermarktung und Privatisierung öffentlicher Dienste muss gestoppt werden. Systemkritische Finanzdienste wie zum Beispiel der Zahlungsverkehr sind in einen Service Public zu überführen.

    Wir brauchen die Demokratisierung der Wirtschaft statt die Vermarktung der Politik, die Regulierung der Finanzmärkte statt das Diktat der Grossbanken. Demokratie braucht Räume gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Müssen die Grenzen des üblichen Umgangs überschritten werden?

    In diesem Workshop geht es um die Sammlung unserer Empörung über das derzeitige gesellschaftliche System. Wir “kotzen” uns gemeinsam über die ungerechten Zustände aus und setzen Signale für zivilen Widerstand.

    Ziele:

    - Wir überlegen für unsere Empörung Formen des zivilen Widerstands.
    - Wir entwickeln Aktionsformen für Zivilen Widerstand.

    Ablauf:

    - Einstieg mit Skelett (Symbol für einen abgewrackten Organismus).

    Jede/r kann seine/ihre größte Empörung auf ein Kärtchen schreiben. Empörung zu prekären Arbeitsverhältnissen, Wohn- und Lebensverhältnissen, Einkommenssituation, Gesundheitssituation etc.

    - Video zur EURO-Krise (Kurt Klarsicht mit griech. Kollegen).

    - 30-minütige Diskussion – was uns am meisten empört und wer die Bündnispartner für zivilen Ungehorsam sind (Mindmap der Diskussion auf Pinwand).

    - Sammeln von Aktionsformen für zivilen Widerstand z.B. Flashmob, Aktionstheater, usw…

    Workshopleitung:

    - Werner Drizhal (GPA-djp Bilungsabteilung)
    - Thomas Kreiml (GPA-djp Bilungsabteilung)