19.10. Programm Veranstaltungsplanung Workshops

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  • Workshop: Regionale ArbeiterInnenbewegung

    Termin: Mittwoch, 19.10.2011, 10.30 Uhr

    I Film: “Giù le mani”

    Betriebliche Konflikte bleiben oft für einen großen Teil der Bevölkerung unsichtbar, weil sie sich hinter den Mauern der Arbeitsstätte abspielen. In den letzten Jahren gab es allerdings einige Beispiele von betrieblichen Konflikten, die nicht mehr versteckt ausgehandelt wurden sondern in die Öffentlichkeit getragen wurden. Dabei stellte sich heraus, das die Solidarität mit den Belegschaften im Rest der Bevölkerung einer Stadt oder einer ganzen Region, oft größer ist als gedacht. Diese Konflikte zeigen dass mit geschickten Kommunikationsstrategien eine, über den Betrieb hinausreichende Öffentlichkeit erzeugt werden kann, welche Machtverhältnisse grundsätzlich zugunsten von Belegschaften verschieben kann.

    Als ein Beispiel solcher in der Öffentlichkeit stark wahrnehmbaren „regionalen ArbeiterInnenbewegungen“ möchten wir gemeinsam den Film „Giù le mani“ ansehen. Er dokumentiert den Kampf von ArbeiterInnen einer Lokomotivwerkstätte der SBB, welcher bald zu einer Auseinandersetzung um die Menschenwürde in einer globalisierten Arbeitswelt wurde und eine ganze Region im Kampf gegen die Schließung der Lokomotivwerkstätte vereinte.

    II Beispiele regionaler ArbeitetrInnenbewegungen

    Neben der Lokomotivwerkstätte in der Schweiz gibt es noch weitere wichtige Beispiele für die Sichtbarmachung und Verankerung von betrieblichen Kämpfen in einer kritischen Öffentlichkeit. Im Workshop wollen wir kurz zwei Beispiele erläutern, nämlich den Fall der „Heidelberger Druckmaschinen“ in Kiel, und den Fall INNSE in Mailand. In beiden Fällen konnte durch geschickte Kommunikations- und Campagnenstrategien sehr viel öffentlicher Druck aufgebaut werden. In beiden Fällen konnten so die Machtverhältnisse zwischen Belegschaft und Arbeitgeber maßgeblich verschoben werden. Wir wollen gemeinsam ausloten inwiefern solche Beispiele auch für Österreich beispielhaft sein könnten.

    Workshopleitung:

    Mag. Mario Becksteiner (Politikwissenschafter)
    Andreas Francesko (Politikwissenschafter)