19.10. Programm Veranstaltungsplanung Workshops

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  • Workshop: Krise und Angst

    Termin: Mittwoch, 19.10.2011, 16.30 bis 19.30 Uhr

    I: Angst als Unternehmensstrategie und wie Angst kommunikativ erzeugt wird

    Angst wird zumeist als ein diffuses Gefühl der Besorgnis oder als unlustbetonte Erregung beschrieben. Und wer kennt dieses Gefühl in der heutigen Arbeitswelt nicht. Angst wirkt unter anderem auch disziplinierend. Aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren oder Verschlechterungen in Kauf nehmen zu müssen, sind wir bereit, vieles zu akzeptieren. Angst lähmt auch die Handlungsfähigkeit, man denke nur an das sprichwörtliche Kaninchen, das starr vor Angst auf die Schlange blickt. Für BetriebsrätInnen und Belegschaften ist Angst nicht erst seit dem Ausbruch der Krise ein ständiger Begleiter.

    In diesem Workshop wollen wir uns erarbeiten, wie Unternehmen Angst ausnützen oder auch schüren und wie BetriebsrätInnen und Belegschaften, durch Kommunikation darauf reagieren (können). Der Workshop wird stark interaktiv aufgebaut sein, um den Erfahrungsaustausch zu gewährleisten.

    II: „Mehr Mut zur Wut“. Kommunikationsstrategien zum Umgang mit Angst

    Wut gilt in den meisten Kulturkreisen als etwas Verwerfliches. Doch nicht erst mit dem Auftauchen des Wortes „Wutbürger“ scheint das Gefühl der Wut wieder salonfähig. Wut, das zeigen Untersuchungen, ist neben Angst heute ein ständiger Begleiter in der Arbeitswelt. Doch die negative Deutung von Wut in unseren Gesellschaften führt zu ihrer Unterdrückung.

    Wir wollen im zweiten Teil unseres Workshops erkunden, ob Wut, die organisiert und zur Erreichung von Zielen genutzt wird, nicht ein wesentlicher Motor für betriebliche Konflikte sein kann. Es geht darum zu erkunden, ob unter neoliberalen Verhältnissen, Wut ein wichtiger Katalysator für die Durchsetzungen von Verbesserungen in der Arbeitswelt sein kann. Zentrale Fragen werden sein, wie wir Wut im Betrieb oder in unserem näheren Umfeld erleben und wie diese Energie positiv zur Erreichung von Zielen genützt werden kann? Müssen wir weg von einer Kultur der Angst und hin zu einer Kultur der Wut? Und welche kommunikativen Strategien können dabei möglicherweise eingesetzt werden?

    Workshopleitung:

    Mag. Mario Becksteiner (Politikwissenschafter)
    Magª. Julia Hofmann (Soziologin)